Kann man KfW-Förderung und Landesförderung kombinieren?
Ja, in den meisten Bundesländern lassen sich Bundes- und Landesförderung stapeln — verboten ist nur, dieselben Kosten doppelt zu fördern (Kumulierungsverbot). Praktisch bedeutet das oft mehrere zehntausend Euro Vorteil: ein KfW-Darlehen nach 300 oder 308 plus ein zinsverbilligtes Landesdarlehen plus gegebenenfalls ein Zuschuss. Hamburg deckelt die Summe aus IFB- und KfW-Mitteln bei 150.000 €, andere Länder sehen die Kombination ausdrücklich vor. Der Rechner oben prüft alle Programme deines Landes und beziffert den Vorteil in Euro.
38 Landesprogramme, geprüft am 10. August 2026
Warum Stapeln der größte Hebel deiner Finanzierung ist
Über KfW-Programme redet jeder. Über die Landesförderung fast niemand — und dort liegt bei Familien häufig mehr Geld als im Zinsvergleich. Ein Beispiel aus der Rechnung oben: In Brandenburg sind für Familien bis zu 230.000 Euro zinsfrei über 20 Jahre möglich, plus 5.000 Euro Darlehen und 10.000 Euro Zuschuss je Kind, plus 10.000 Euro Grundzuschuss. Kombiniert mit KfW 308 entsteht daraus ein sechsstelliger Vorteil.
Was die Länder wirklich unterscheidet
| Typ | Beispiele | Was es bringt |
|---|---|---|
| Zinsfreie Darlehen | Brandenburg (230.000 €), Niedersachsen (180.000 €), Schleswig-Holstein (100.000 €) | Der stärkste Hebel — 20 Jahre ohne Zinsen sind bei heutigem Marktzins ein fünf- bis sechsstelliger Vorteil |
| Echte Zuschüsse | Hessengeld (bis 20.000 € + 5.000 € je Kind, ohne Einkommensgrenze), Brandenburg, Niedersachsen (10.000 € je Kind), Thüringen | Geld, das nicht zurückgezahlt wird |
| Tilgungsnachlässe | NRW (10 % des Grunddarlehens), Rheinland-Pfalz (bis 7,5 %), Saarland (5 % je Kind) | Ein Teil des Darlehens wird erlassen — wirtschaftlich ein Zuschuss |
| Stark verbilligte Darlehen | Bayern (0,5 %), Hessen (0,6 %), Sachsen (ab 0,1 %), Sachsen-Anhalt (0,9 %), Saarland (1,0 % über die ganze Laufzeit) | Deutlich unter Marktzins, meist 15 bis 30 Jahre gebunden |
| Kein Kaufprogramm | Berlin, Mecklenburg-Vorpommern | Hier zählt allein die KfW-Palette |
Die Reihenfolge entscheidet — und hier scheitern die meisten
- Förderung prüfen, bevor du ein Objekt zusagst. Manche Programme sind an eine Gebietskulisse gebunden (Brandenburg) oder an eine Energieklasse (KfW 308, Hamburg).
- Antrag vor Vorhabensbeginn. Als Vorhabensbeginn gilt beim Kauf die notarielle Beurkundung. Wer zuerst unterschreibt, verliert den Anspruch in der Regel endgültig.
- Fristen und Töpfe prüfen. In Rheinland-Pfalz darf der Kaufvertrag bei Antragstellung höchstens zwei Monate alt sein. In Bremen und Thüringen waren die Töpfe 2026 ausgeschöpft — ein zugesagter Zuschuss ist erst mit Bescheid ein Zuschuss.
- Antragsweg klären. Manche Programme laufen über die Hausbank (Hamburg, Thüringens EigenheimPlus), andere über Kommune oder Kreis (Bayern, NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg), andere direkt beim Institut (Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Saarland, Bremen).
Förderung bestimmt, welche Bank du brauchst
Das ist der Punkt, der in Zinsvergleichen komplett fehlt: Nicht jede Bank leitet Fördermittel durch. Mehrere große Direktbanken machen KfW-Anträge gar nicht oder nur für Standardprogramme, und Landesdarlehen mit Hausbankprinzip können sie schon strukturell nicht bedienen. Wer online den günstigsten Zins bucht und später merkt, dass 200.000 Euro Förderung dort nicht darstellbar sind, hat am falschen Ende optimiert.
Der Nachrang-Nebeneffekt
Förderdarlehen werden im Grundbuch hinter dem Bankdarlehen eingetragen. Das hat einen Effekt, den kaum jemand einrechnet: Der erstrangige Anteil der Bank sinkt, damit fällt ihre Risikostufe — und der Zins auf den Bankanteil wird zusätzlich günstiger. Der Rechner oben weist diesen Effekt separat aus.
Häufige Fragen
Kann ich KfW und Landesförderung gleichzeitig nutzen?
In der Regel ja — das ist sogar der Normalfall, und in Sachsen setzt die Richtlinie die KfW-Förderung ausdrücklich als Teil der Gesamtfinanzierung voraus. Grenzen gibt es zwei: das Kumulierungsverbot (dieselbe Kostenposition darf nicht zweimal gefördert werden) und Landesdeckel wie in Hamburg, wo IFB- und KfW-Mittel zusammen auf 150.000 Euro begrenzt sind. Innerhalb eines Landes schließen sich die Darlehensprogramme meist gegenseitig aus.
Ich habe kein Kind — bekomme ich überhaupt etwas?
Weniger, aber nicht nichts. Die meisten Landesprogramme und KfW 300 und 308 setzen ein minderjähriges Kind voraus. Ohne Kind bleiben: KfW 297/298 für klimafreundlichen Neubau (ohne Einkommensgrenze), KfW 261 für Sanierung, das Hessengeld (das ausdrücklich keine Einkommens- und keine Kinderbedingung hat), Baden-Württembergs Programm für unter 45-Jährige mit Kinderwunsch sowie Programme ohne Einkommensgrenzen wie NRW.BANK.Wohneigentum oder Thüringens EigenheimPlus.
Wie verbindlich sind die Beträge im Rechner?
Es sind Höchstbeträge nach den Programmrichtlinien, begrenzt auf deinen tatsächlichen Darlehensbedarf. Die endgültige Höhe hängt von deiner Einkommensgruppe, dem Objekt und den verfügbaren Haushaltsmitteln ab — auf Landeszuwendungen besteht meist kein Rechtsanspruch. Der Rechner zeigt die Obergrenze und nennt die Bedingungen, damit du weißt, was zu prüfen ist.
Was ist mit der Grunderwerbsteuer?
Zwei Länder erstatten sie faktisch: Hessen über das Hessengeld (bis 20.000 Euro plus 5.000 Euro je Kind, ohne Einkommensgrenze) und Thüringen über einen Zuschuss von 5 Prozent des Kaufpreises. NRW hatte ein solches Programm, es ist im Juli 2023 ausgelaufen. Legal senken lässt sich die Steuer überall, indem bewegliches Zubehör im Kaufvertrag separat ausgewiesen wird — hier nachrechnen.