Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Sachsen?
In Sachsen beträgt die Grunderwerbsteuer 5,5 % des Kaufpreises, gültig seit 1. Januar 2023 (vorher 3,5 %. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € sind das 22.000 €. Die Steuer wird wenige Wochen nach dem Notartermin fällig und muss aus Eigenkapital bezahlt werden — Banken finanzieren Kaufnebenkosten in der Regel nicht mit. Für Wohneigentum fördert das Land über die Sächsische Aufbaubank.
Geprüft am 10. August 2026 · Quellen am Seitenende
Zwei Zahlenwerke entscheiden in Sachsen über die echten Kaufkosten: die Grunderwerbsteuer von 5,5 % und die Programme der Landesförderung über die Sächsische Aufbaubank. Beide stehen hier mit konkreten Beträgen, Stand 10. August 2026.
Grunderwerbsteuer in Sachsen: 5,5 %
Der Satz gilt seit 1. Januar 2023 (vorher 3,5 % — die jüngste große Erhöhung). Bei einem Kaufpreis von 400.000 € sind das 22.000 € — fällig wenige Wochen nach dem Notartermin, und von keiner Bank finanzierbar: Die Steuer gehört zu den Nebenkosten, die aus Eigenkapital bezahlt werden.
| Kaufpreis | Grunderwerbsteuer (5,5 %) | Notar & Grundbuch (2,0 %) | Nebenkosten ohne Makler |
|---|---|---|---|
| 300.000 € | 16.500 € | 6.000 € | 22.500 € |
| 400.000 € | 22.000 € | 8.000 € | 30.000 € |
| 500.000 € | 27.500 € | 10.000 € | 37.500 € |
Mit 5,5 % liegt Sachsen im Ländervergleich in das Mittelfeld (Spanne: 3,5 % in Bayern bis 6,5 %). Gegenüber Bayern zahlst du bei 400.000 € Kaufpreis 8.000 € mehr — Geld, das direkt dein Eigenkapital mindert. Alle Sätze im Vergleich zeigt der Kaufnebenkosten-Rechner.
Wohneigentums-Förderung in Sachsen
Zuständig ist die Sächsische Aufbaubank (SAB).
| Programm | Für wen | Was konkret | Stand |
|---|---|---|---|
| Sächsisches Förderdarlehen Familienwohnen | Familien mit mind. einem Kind unter 18; Einkommensgrenzen 60.000 € (Alleinerziehende) bzw. 100.000 € (Paare), +10.000 € je Kind (Stand 01/2026) | Darlehen bis 80.000 € je Haushalt (+10.000 € bei Haushaltsmitglied mit Mobilitätseinschränkung); Zins 0,1–3,15 % p. a. je nach Einkommen, Kinderzahl und Energieeffizienz — mit Extra-Boni für einkommensschwache Haushalte und „Jung kauft Alt“-Bestandserwerb; 25 Jahre Zinsbindung, 2 tilgungsfreie Anlaufjahre; Eigenkapital mind. 10 %; Neustart des Programms am 10.10.2025 | 01/2026 |
| Wohneigentum ländlicher Raum | — | Ausgelaufen — keine Antragstellung mehr möglich (war: 10.000–80.000 € zu 0,95 % im ländlichen Raum außerhalb von Chemnitz, Dresden und Leipzig) | ausgelaufen |
Antragsweg und Einordnung
Antrag direkt bei der SAB über das Online-Förderportal — nicht über die Hausbank. Laut Richtlinie soll KfW-Förderung in der Regel Teil der Gesamtfinanzierung sein.
Der Zinssatz ist gestaffelt: Wer wenig verdient, mehrere Kinder hat und ein sanierungsbedürftiges Bestandshaus kauft, landet nahe 0,1 % — die Kombination mit KfW 308 ist dabei ausdrücklich gewollt.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Sachsen 2026?
5,5 % des Kaufpreises, gültig seit 1. Januar 2023 (vorher 3,5 % — die jüngste große Erhöhung). Bei 400.000 € Kaufpreis sind das 22.000 €. Hinzu kommen rund 2,0 % für Notar und Grundbuch sowie gegebenenfalls die Maklerprovision.
Lässt sich die Grunderwerbsteuer senken?
Legal und praxisrelevant: bewegliches Zubehör (Einbauküche, Sauna, Markisen) im Kaufvertrag separat ausweisen — darauf fällt keine Grunderwerbsteuer an. Bei 15.000 € Zubehörwert sparst du in Sachsen 825 €. Die Beträge müssen realistisch und belegbar sein; unser Lotse weist im Ergebnis automatisch darauf hin, wenn es sich in deinem Fall lohnt.
Warum ist die Grunderwerbsteuer in Sachsen so stark gestiegen?
Sachsen hatte bis Ende 2022 mit 3,5 % den gleichen Satz wie Bayern und hat dann in einem Schritt auf 5,5 % erhöht — die jüngste große Erhöhung unter allen Ländern. Bei 400.000 € Kaufpreis bedeutet das 8.000 € mehr als noch 2022. Das Förderdarlehen Familienwohnen ist die teilweise Antwort des Landes darauf.
Quellen
Alle Angaben recherchiert am 10. August 2026 aus offiziellen Quellen. Förderkonditionen ändern sich laufend — vor einer Entscheidung beim Förderinstitut verifizieren.